Putten, aber wohin?

Putten ist eine Kunst, denken zumindest viele Leute, besonders diejenigen, die auf den Grüns Probleme haben. Aber wenn man es mal herunterbricht, besteht Putten aus 3 Komponenten:

  1. Grünlesen
  2. Ball dahin starten lassen, wo ich möchte
  3. Längenkontrolle

Grünlesen und Längenkontrolle hängen sehr stark zusammen, da die Menge an Break die der Ball annimmt von der Geschwindigkeit abhängt. Als Grünlesemethode empfehle ich  persönlich AimPoint Express. Im Folgenden soll es aber um den zweiten Faktor gehen, nämlich den Ball dahin starten zu lassen, wo ich möchte. Dieser Faktor ist eigentlich unabhängig von den anderen beiden, wird mir aber nur dann einen zählbaren Erfolg bringen, wenn ich auch das Grün richtig gelesen habe und die richtige Geschwindigkeit hatte. Wen man zum Grünlesen allerdings nicht AimPoint benutzt, sondern klassisch liest, kann mein Grünlesen auch nur besser werden, wenn ich den Ball dahin starten lasse, wo ich möchte. Daher sollte dieser Faktor auf jeden Fall beherrscht werden.

Grundsätzlich kann ich den Ball aus fast jeder Ansprechposition dahin starten lassen, wo ich möchte. Aber wie immer im Golf ist es eine Frage der Wiederholbarkeit und  der daraus resuktierenden Wahrscheinlichkeit. Daher sollte jeder Spieler eine standardisierte AnsprIMG_2143echposition haben und diese regelmäßig überprüfen. Untersuchungen haben gezeigt, dass bei den meisten Spielern die Ansprechposition im langen Spiel automatisierter ist, als beim Putten. Und hier kommt der Puttspiegel ins Spiel. Du solltest zumindest 1x pro Woche mit dem Puttspiegel auf dem Grün stehen, um deine Ansprechposition zu überprüfen und am Putten zu arbeiten. Die für mich wesentlichen Faktoren dabei sind:

  • Schultern parallel zur Ziellinie
  • Augenlinie gerade zur Ziellinie
  • Augen immer an der gleichen Stelle (ich bevorzuge über dem Ball)
  • Ballposition immer gleich (ich bevorzuge linkes Auge über dem Ball)
  • Abstand zum Ball

Die verschiedenen Linien auf dem Spiegel ermöglichen es dir, deine Ausrichtung und Ansprechposition zu überprüfen und lassen dabei genug Spielraum für individuelle Freiheiten. Gerade was die Augen und Ballposition angeht, finden wir auch auf der Tour viel Individualität. Dennoch würde ich empfehlen, aus der „neutralen“ zu starten, besonders weil die meisten von uns nicht soviel Zeit auf dem Puttinggrün verbringen wie die Tourspieler.

Soweit einmal der einfache Teil, der eine optimale Grundvoraussetzung schafft. Nun zum schwierigen Teil, nämlich den Ball auch wirklich dahin starten zu lassen, wo du möchtest. Lediglich den Spiegel dahin auszurichten wo ich möchte und dann zu putten, gibt mir leider noch kein Feedback darüber, ob der Ball auch wirklich dahin startet, wo der Spiegel hinzielt. Bei einigen Spiegeln gibt es vorne am Ende des Spiegels die Möglichkeit, mit Tees ein Tor zu stecken, durch das der Ball dann starten muss. Wenn der Ball es da durch schafft, dann hat man je nach breite des Tores schon einen ordentlichen Indikator. Auf Grund der Nähe vom Startpunkt und dem Tor zueinander, wird allerdings noch ein gewisses Maß an Fehlern toleriert. Wer sich hier auf das nächste Level bringen möchte, der sollte sogenannte „Putting Gates“ in sein Training einbauen. Diese gibt es standardisiert zu kaufen und man steckt einfach 2 Tees im richtigen Abstand ins Grün. Allerdings muss man sagen, dass die richtigen „Putting Gates“ deutlich präziser sind.

Übung:

IMG_2139Such dir einen möglichst geraden Putt zwischen 2m und 6m. Richte den Puttspiegel auf deinen Zielpunkt aus und stecke ein „Putt Gate“ mit der Breite von 55mm ca. 35cm vor deinen Ball, genau auf deiner Puttlinie. Nun spielst du 50 Putts an dem Spiegel durch das Tor zum Loch. So kannst du sowohl deine Ansprechposition prüfen, als auch sehen, ob der Ball ohne Berührung durch das „Putting Gate“ geht. Somit hakst mehrere Punkte in einer Übung ab. Wenn du ca. 80% deiner Putts ohne Berührung durch das Tor bringst, dann ist es an der Zeit für die nächste Stufe. Die Breite vom Tor bleibt, aber der Abstand erhöht sich auf 50cm. Wenn du hier auch wieder 80% erreichst, dann verkleinerst du das Tor auf 50mm und der Abstand wird auf 30cm reduziert. Wenn du auch dort deine 80% schaffst, dann wird der Abstand auf 45cm erhöht. Du solltest nicht alle Schwierigkeitsgrade in einer Einheit durchmachen, sondern eine Einheit sind immer 50 Putts. Wenn du 3 mal deine 80% erreicht hast, dann wechselst du zum nächsten Level. Wichtig ist dabei, wie immer im Training, die Regelmäßigkeit. Du solltest versuchen, diese Übung mindestens 1x pro Woche zu machen. Dann können sich keine gravierenden Fehler in dein Putten einschleichen. Viel Spaß dabei!